Barry Redhead – Hollywood-Erfahrung und filmisches Erzählen
Regie, Kamera und filmisches Erzählen
Ich filme seit meinem zehnten Lebensjahr. Meine ersten Bilder entstanden noch auf echtem Celluloid – zunächst im Normal-8-mm-Format, später mit Super 8. Schon früh lernte ich nicht nur das Drehen, sondern auch das handwerkliche Schneiden von Filmmaterial kennen. Hunderte Meter Film liefen durch meine Hände, wurden gesichtet, montiert, gekürzt und neu zusammengesetzt. Diese analoge Schule prägt bis heute meinen Blick auf Bilder, Rhythmus und filmisches Erzählen. Anfang der 2000er Jahre professionalisierte ich meine Arbeit als Filmemacher in Hollywood. Dort arbeitete ich als Regisseur, Kameramann und im Schnitt mit 16-mm- und 35-mm-Celluloid ebenso wie mit digitalem Filmmaterial.
Der Übergang vom klassischen Film zur digitalen Produktion war für mich kein Bruch, sondern ein fließender Prozess. Während ich noch mit Super 8 drehte, arbeitete ich bereits mit VHS, Hi8, Digital 8 und später mit digitalen Workflows. Geschnitten wurde damals unter anderem auf Apple-Computern mit Final Cut Pro; heute nutze ich überwiegend DaVinci Resolve Studio.
Die Regiearbeit ist für mich bis heute eine besondere Leidenschaft. Mich interessiert nicht nur, was vor der Kamera geschieht, sondern auch, wie eine Szene durch das Objektiv tatsächlich wirkt. Deshalb gehört für mich der Blick durch das Kameraokular zur Arbeit des Regisseurs dazu. Nicht aus Misstrauen gegenüber Kameraleuten, sondern aus dem Wunsch heraus, meine eigene Inszenierung unmittelbar visuell zu überprüfen: Stimmen Bildausschnitt, Perspektive, Bewegung, Licht und Wirkung mit dem überein, was ich als Regisseur angelegt habe?
Nach meiner Rückkehr aus Hollywood nach Hamburg produzierte ich Imagefilme für kleinere Unternehmen und arbeitete in meinem Studio in Billbrook unter anderem noch an einem Steenbeck-Schneidetisch für 16-mm-Film. Auch wenn Celluloid heute weitgehend von digitalen Formaten verdrängt wurde, bleibt die Erfahrung mit echtem Filmmaterial ein wichtiger Teil meines künstlerischen Fundaments. Diese Verbindung aus Regie, Kamera, Schnitt und erzählerischem Denken prägt auch meine Arbeit als Autor. Meine Geschichten entstehen nicht nur aus Worten, sondern aus Bildern, Szenen, Bewegungen und Atmosphäre. Besonders bei meinen Science-Fiction-Projekten, Drehbuchideen und filmisch angelegten Stoffen denke ich häufig wie ein Regisseur: Ich sehe Räume, Figuren, Licht, Perspektiven und dramatische Momente, bevor sie auf der Seite stehen.
Meine Ambition als Autor und Drehbuchentwickler ist es, Stoffe zu erschaffen, die sowohl literarisch als auch filmisch funktionieren – Geschichten, die gelesen werden können, aber zugleich das Potenzial für Film, Serie, Animation und visuelle Welten in sich tragen. Regie, Kamera und Schreiben sind für mich deshalb keine getrennten Disziplinen, sondern unterschiedliche Wege, eine Geschichte sichtbar zu machen. Ich bin weiterhin offen für neue filmische Projekte – ob im Indie-Bereich, für kleinere Produktionen, Imagefilme, audiovisuelle Konzepte oder auch für TV- und Auftrags-Arbeiten. Entscheidend ist für mich ein spannender Stoff, eine klare visuelle Idee und die Möglichkeit, meine Erfahrung als Regisseur, Kameramann, Cutter und Autor kreativ einzubringen.